Am 1. Dezember 2014 fand die erste von vielen Lesungen aus dem neuen eBook Tausend Tode lesen statt.

Die Verlegerin Christiane Frohmann will bis Mitte März tausend Autorinnen und Autoren dazu zu bewegen, sich Gedanken über den Tod zu machen. Bereits haben sich über 135 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, darunter auch ich, zu diesem gemeinsamen Werk versammelt. Für die nächste Auflage sind auch weitere Schreibende eingeladen …

Version 1/4 erschien am 1.12.14. Das Buch wird (unter anderem im Verlag minimore Berlin) für 4,99 € verkauft. Die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös gehen als Spende an das Kindersterbehospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow. Die Updates (2/4, 3/4 und 4/4) erhalten alle, die die erste Version gekauft haben, automatisch, habe ich läuten hören.

Zu meinem Text: Hier klicken

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Infos

1000Tode-Cover

Christiane Frohmann (Hg.)

Tausend Tode schreiben
ISBN ePub: 978-3-944195-55-1
ISBN mobi: 978-3-944195-56-8
EUR 4,99
VÖ: 1. Dezember 2014

Die Idee war und ist, in Form von tausend kurzen Texten tausend höchst subjektive Ansichten auf den Tod zu versammeln, damit diese zusammenwirkend einen transpersonalen Metatext über den Tod schreiben, aus dem wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist. Ich habe Autor*inn*en angesprochen und Menschen, die beruflich oder privat mit dem Tod zu tun haben. Viele dieser Menschen haben weitere Mitwirkende dazugeholt. Wer von den Leser*inne*n dieses E-Books selbst einen Text zum Tod geschrieben hat oder in sich trägt, kann diesen ebenfalls zu ‚Tausend Tode schreiben’ beitragen (verlag at cfrohmann.com), weil noch drei weitere Versionen erscheinen werden.
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Buchrezension

Dass ich gerne Schweizer Bücher, insbesondere Krimis, lese, mag niemanden erstaunen. Wenn man die Orte kennt, an denen Leichen entdeckt werden, finde ich es einfach noch einen Tick spannender als wenn nicht.

Von Roger Graf wusste ich nur, dass er in einem anderen Leben Kult gewordene Radiohörspiele um den schrägen Privatdetektiv Philip Maloney geschrieben und gelesen hat – und es offenbar noch immer tut (hier zum Beispiel). Zugegeben, diese haben mich nie wirklich vom Hocker gerissen. So beging ich den Fehler, Roger Graf als Autor auf meiner Liste „abzuhaken“. Als nun aber im mir bekannten Vidal Verlag in Winterthur Der schöne Tod erschien, war ich neugierig. Ich gestehe, es war vor allem der Titel, der mich zum Lesen verführte. Außerdem hat ja jeder, auch Autorinnen und Autoren, das Recht auf eine zweite Chance.

[Draufklick vergrößert die Bilder]

Ja, ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe. Obwohl es bereits der vierte Teil der Stauffer-Serie war, konnte ich problemlos einsteigen. Bald lebten die Figuren vor meinen Augen, und ihr Verhalten war mir schnell vertraut. Schweizerinnen und Schweizern eben – in ihrer ganzen Bunt- und Verschrobenheit. Vielfältig, fühlbar, nachvollziehbar.

Grafs große Stärke ist definitiv das Plotten. Er hat seine vierte Stauffer-Geschichte um einen Leichenfund im Wald aufgebaut, der wegen der ungewöhnlichen Stellung – die Leiche lehnt an einem Baum – viele Fragen aufwirft. Das Team um Damian Stauffer sucht in einer nachvollziehbaren, zeitweise fast schmerzhaften-mühseligen Ermittlungsarbeit nach dem Täter oder der Täterin. Die Ermittelnden machen Umwege, verrennen sich und sind einfach so verdammt menschlich. Ein klassischer Whodunit also, der auf den letzten Seite mit einer überraschenden Wende aufwartet. Klassisch ist doch auch immer wieder gut. Doch ob mir die Hauptfigur, Damian Stauffer, wirklich sympathisch ist oder nicht, weiß ich auch am Schluss noch nicht so genau. Zum Glück gibt es Anna Herold und andere, die ich sofort ins Herz geschlossen habe.
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